Lebensfunke

Als ein Mensch, der dem Schlaf treu ergeben ist, liebe ich es, mich ihm hinzugeben. In letzter Zeit geschieht das deutlich öfters als normal, darf ich mich doch nachts bis zu dreimal wankend erheben, um unseren dementen und tauben Cerberus mit rudernden Armbewegungen davon abzuhalten, ungerührt ins Haus zu pinkeln, die Haustür genauso rudernd zu […]

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Bodensätze

Momentan liegt er draußen und ist gefroren. Mein Einer, der mir genau so wenig gehört wie der Planet, auf dem er liegt. Trotzdem. Er ist meiner und bleibt das auch genau so lange, wie er sich in meinem Garten befindet – woran sich mit aller Wahrscheinlichkeit nicht viel ändern wird. Ich liebe ihn. So sehr, […]

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Aerobes

Hin und wieder gibt es Momente, in denen man verwundert und leicht verstört erkennt, dass nicht jeder die Welt so sieht wie man selber. So wie diesen Juni, als sich folgendes Gespräch ereignet hatte: Nicht-Nick: „Jetzt, wo das blöde Wacholder-Gestrüpp weg ist, sieht die Ecke schon viel besser aus.“ Nick: „Definitiv!“ Nicht-Nick: „Und als nächstes […]

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Gundel Rebelei

Am liebsten wollte ich auf der oberen Wiese sitzen, umgeben von ein, zwei aufmerksam beobachtenden, göckernd kommentierenden und helfend scharrenden Velociraptoren und mich an den hervorguckenden Gundelrebenranken entlanghangeln. Ei, welch befriedigendes Gefühl, wenn so eine Ranke unter stetig sachtem Gezogenwerden immer länger und länger wird, wenn sich die verwurzelten Verankerungen im Boden plopp-plopp-plopp lösen und […]

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Kitzeleien

„Je moet jezelf kietelen, een ander doet het niet.“ (Du musst dich selber kitzeln, ein anderer tut es nicht.) … schrieb sie, die Eine, die mich vor gar nicht langer Zeit mit drei Sträuchern, einer Astilbe und sechs Farnen gekitzelt hatte, nur weil sie sich so drüber freut, von den Grüntönen gekitzelt zu werden. Und […]

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Draußen vor der Tür

Wir haben eine Haustür, worin wir uns nun nicht großartig von unseren benachbarten Mitmenschen unterscheiden. Und genau das ist der Punkt: Ich möchte das auch gar nicht, mich unterscheiden, jedenfalls haustürmäßig. Und doch tu ich’s. Was früher nicht so war, denn früher hatte das einfach mal eben so meine Mutter in ihre kundigen, kreativen und […]

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Tigerschnegelfell

Ahnungslos schritt ich meines hölzernen Weges und sah es zum allerersten Mal: Dieses Tier, das einem den Atem raubt, wenn man seines Weges schreitet und nicht im Entferntesten erwartet, irgendwann in seinem Leben auf so was zu stoßen, geschweige denn heute. Den Tigerschnegel. Ich kniete nieder, um genauer zu betrachten, hielt meine Hand daneben und […]

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Feige Gedanken

Und so denkt man aus wolkenlosem Himmel an Alexander Pope, ganze … wartet… muss eben mal rechnen (und drei sind zwanzig und …) ganze 27 Jahre später. Was ich wohl gedacht hätte, wenn man mir vor diesen vielen Jahren einen Zettel zugesteckt hätte, auf dem eben dieser Satz in meiner eigenen Handschrift gestanden wäre? Beinahe […]

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Hörbar

Die Kirchturmuhr hatte vor einem Weilchen neun Uhr geschlagen, ich schaute in den provisorischen Velociraptorenstall, wünschte leise sangsingend den eingemummelten Mädels auf der Sitzstange gute Nacht, ließ die Tür sachte ins Magnetschloss klicken, drehte mich um und erblickte dabei die Nachtkerze. Letztes Jahr wuchs an dieser Stelle – mitten im Eingang zu den Kompostjungs – […]

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Neunzig Prozent

Angefangen hatte alles mit den beiden Arisaemas. Die kamen nämlich nicht. Gut, „nicht kommen“ ist bei diesen Klodeckeln ja so eine Sache. Die legen bekanntlich viel Wert darauf, einen aufsehenerregenden Auftritt hinzulegen, indem sie erst dann aus der Erde schauen, wenn alles andere schon längst draußen ist. Bis Anfang Juni kann man den Satz „die […]

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